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by mjnt

Wunderkammer. In 'Die Fabrik ruft'.

3 unfertige kleine Giessobjekte und 4 gehämmerte Objekte aus Kupfer, welche an einem Brett an fexiblen Spiraldrähten aneinandergereiht baumeln, bilden das Zentrum der Installation. Das Bild 30 x 40 cm, Tuch auf Holz gespannt und mit geometrischen Formeln bemalt, steht in seltsamerweise mit den Objekten im Einklang. Ein bemaltes Tuch mit arabischanmutendem Ornamentmuster und mit Teer gespachtelt, welches über einer bereits bestehende Querstange hängt, befindet sich im rechten Teil der Kammer hinter der etwas schräg gesetzten Wand neben dem Eingang zur Zelle.
Auf der Innenseite der Wand ist die Beschriftung "Breitengrad" direkt in diese eingeritzt, vor einem der insgeamt 3 weissgestrichenen Holzhochtaburettli, welche in dieser Art in den 50zigern oft als Blumenkonsolen gebraucht wurden.
Rechts vor der Seitenwand ist eine weisse Gipsmaske mit der Bezeichnung 46 vor der als zusätzliches Podestchen benutzten Bildunterlage bezeichnet. Auf der linken Seite neben dem Eingang befindet sich die zweite Hochkonsole mit der Wachsmaske, welcher
am Kinn eine Art "Bartzweig" baumelt. Über diesem Wachsmaskenobjekt wurde an der Innenwand dieser offenen Buchzelle. Eine der gesammthaft Zwei Applikationen angebracht.
Die eine Applikation, zeigt zwei kleine zweigartige Objekte in tanzender Manier aufeinander ausgerichtet. Ebenfalls an dieser Wand oberhalb der tanzenden Zweige ist das Wort "webt" in diese eingeritzt, als ein Fragment des Satzes, der die Installation im Gesamten beschreibt. "Die Ankunft des Breitengrades der Sprache", als geschichtliches Fragment angekündigt und als Intro in der ganzen Breite des hinteren oberen Teilstückes der Innenwand eingeritzt und als Bildtext wiederholt am Eingang der offenen Zelle nun tapeziert auf den bereits bestehenden quadratischen Sockel.
Wurde dann jedoch noch im Werden der Installation wieder entfernt und weisse Stellen, wie Langzacken wechseln sich nun mit den noch übriggebliebenen Bildfragmenten. Tritt man ein in die offene Buchzelle, fordert den Betrachter auf der rechten Seite ein einzelnes Hirschgeweih, welches auf dem dritten Hochtaburettli über einen Holzklotz angeschraubt wurde, die visuelle Verbindung zu erfassen welche mit dem Kuhhorn, das vom Boden in die Installation ragt und materialistisch in Verbindung zu sein scheint zu erkennen, als die beiden einzigen gewachsenen Naturelemente in dieser Aufstellung. Das Kuhhorn wird hier wie ein Elektrostecker benutzt, welcher in die bereits bestehenden elektrischen Kabelkanäle der Zelle aus früheren Installationen eingesteckt wurde. Im Horn selbst wurde widerum der Samenstand eines mediterranen Baumes eingesteckt.Zum Objekt mit dem Hirschgeweih zurückgeblickt, sieht man am einen Geweihende Wachs angesetzt und über einem anderen Geweihspitz wurde ein geschnitzter Holzhausring mit antikmustrigem Folienornament angebracht. Neben dem Geweih befindet sich noch ein kleiner Holzwürfel, welcher auf der einen Seite mit rotem Bleistift bemalt wurde und auf der anderen Seite mit dem Foto einer Frau, welche sich wie ein Klappmesser mit dem Kopf wieder der Erde zuneigt. In den Würfel eingesteckt und herausragend befestigt, ein relativ dicker Draht, der an oberster Spitze, ca. 20cm, mit einem korken abgeschlossen wurde.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Applikationswand befindet sich nun das Pendent zur Bildapplikation der "tanzenden" Objekte, welches eine Art Eiform mit Pelz umrahmt darstellt und als Bildfragment ebenfalls an die Innenwand der Kammer appliziert wurde und in zeichnerischer Manier mit dem Untergrund homogen erscheint.
Zuguterletzt ist ein Glasbild zu erwähnen, welches hinter dem aufgehängten Ornamenttuch in einer bereits bestehenden Nische dieser Schmierkammer des Zementmalwerks , welche für zwei Monate zum ausserordentlichen Kunstevent mutierte, angebracht wurde. Das Bild, bestehend aus vier postkartengrossen aneinandergereihten Glasrechtecken, welche hochkant auf einem Holzrahmen
montiert sind. Das erste Einzelbild zeigt einen Comiczeichnungsausschnitt mit einem gezeichneten fletschenden
Wolf ( je suis trés mechant)( j`ai pas peur) in Handschrift daruntergekritzelt. Das Zweite, ein in Rot gemaltes Frauenportrait, welches den Kopf zurückwerfend nach Oben blickt. Diesem folgt ein Kaktusfotodetail, welches zusätzlich auf ein weiss bemaltes Holzstück appliziert wurde, ebenfalls hinter Glas. Das vierte Bild zeigt das selbe Frauenportrait wie das zweite Bild, nur hier ist es in blauen Farben gehalten. Als Ganzes betrachtet, erscheint diese Wunderkanmmerinstallation als zu lesendes offenes Objektbuch.

Zur Installation!

Installation 1 'Wunderkammer' und Installation 1a 'Textperformance' haben in der Diagonale den immensen Fabrikraum durchmessen.